Renè, was macht der Wind?

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Noch etwas verschlafen wird unser Chef-Meteorologe mit der Standard-Frage am Frühstückstisch begrüsst. Schon weit nach Mitternacht hatte Rene´nochmal einen Versuch gestartet, dem widerborstigen Server in San Martin die neuesten Windprognosen zu entreissen. Kein Glück! Ein kurzes `beep`, und gerade als das letzte bit durch die Leitung huschen wollte, kam die Fehlermeldung: unexpected termination....
Und nun sass er schon wieder seit 7 Uhr dran und alles was er vorweisen konnte, waren gerade mal die Beobachtungsdaten, die wir vom DWD herübergespielt bekamen. Obwohl oder gerade weil sich die Starkwindlagen immer noch nicht angekündigt hatten, wollten die MWP´ler natürlich immer schnellstens informiert sein. Und nun noch Server-Trouble - Rene´s Frustration war verständlich.
Nachdem Claudia´s guter Kaffee für den notwendigen Energieschub gesorgt hatte, ging´s zum grossen Briefing. Klaus sollte seine Erfahrungen, Beobachtungen und Ratschläge über das Wellenfliegen in den Anden an alle anwesenden Piloten weitergeben.


Danach war auch Rene´soweit: wieder mal sieht es mehr nach Thermik als nach Welle aus und so wurde beschlossen, noch etwas projektbezogene Flugzeug- und Anhängerkosmetik zu machen (Bilder Trailer.jpg, s10aero.jpg s.u.).


Am späten Nachmittag wollten wir dann was für die Selbstdarstellung tun und hatten mit den DG-500M Piloten einen Foto-Formationsflug arrangiert. Wolf-Dietrich packt seine Nikon mit in den hinteren Sitz der DG und unser Freund Mauricio aus Sao Paolo quetscht sich neben Martin in die Stemme. Hier einige digitale Stichproben der zweistündigen Aktion.(Bilder s10lago.jpg, s10lanin2.jpg, s10air2.jpg))


Obwohl am Donnerstag nur eine schwache Hoffnung auf Welle bestand wollten Klaus und Wolf-Dietrich möglichst früh zu einem Streckenflug nach Süden starten. Zum erstenmal gelang es uns vor 8 Uhr in die Luft zu kommen und nach einem interessanten Flug landete die S10 nach 700km um 18 Uhr wieder auf dem Aeropuerto Chapelco (Flugbericht). Kein höhnisches Gelächter, bitte! Auf den tollen 70er Schnitt sind wir nur gekommen, weil uns die Neugier immer wieder dazu verführte noch eine wellenverdächtige Wolkenformation mehr auszuprobieren. Und schliesslich war die von Wind und Wolken live visualisierte Umströmung eines Bergkegels am Vulkan Lanin allemal ein paar extra Beobachtungskreise wert.
Am Samstag sollte dann das leicht verspätete Bergfest steigen. Schlaffer Wind und schwache Labilität würden keine grosse Versuchung zu längeren fliegerischen Exkursionen darstellen und damit die Vorbereitungen nicht behindern. Miguel und Marcello kannten alle Tricks, um aus dem Grill im Garten der Hosteria die besten Stücke asado herauszuholen und die Brasilianer hatten fast eine Gallone Caipirinha angesetzt. Glücklicherweise hatte Renè nach dem diesmal erfolgreichen Herunterladen der neuesten Prognosen Entwarnung gegeben: kein Rekordwetter am Sonntag - der stressfreien Grillnacht stand nichts mehr im Wege. Als schliesslich noch Senor Guillermo in die Gitarre griff bekamen wir eine leise Ahnung von den Fiesta-Künsten am Fusse der Anden.