Bericht vom 25.11.1999 |
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Pilot:
Klaus Ohlmann, Michael Meyn Start:
10:55 Uhr local Streckenlänge:
700km Pilotenbericht Endlich Wind !!!! Die lang ersehnte Westwindlage stellt sich
endlich ein . Zwar ist in San Martin am Mittwoch morgens noch nichts davon
zu spüren, doch soll nur 100 km weiter südlich das Windfeld beginnen.
Ich starte mit Michael relativ spät gegen 11:00 und wir müssen uns mit
mäßigen, zerrupften Bärten bis in die Manzana-Berge nördlich von
Bariloche quälen. Mit 2500m versuchen wir eine Rotorlinie westlich über
dem Lago Nahuel Huapi,die uns aber abblitzen läßt. Bariloche Airport
gibt ca 25 KT aus 270 Grad. In schon recht niedriger Höhe gleiten wir
über das Südufer, wo zahlreiche Villen, Golfplätze und sonstige
Utensilien des better way of life auszumachen sind. Ein kleiner Hügel
unmittelbar neben dem Ort Bariloche spendet ausreichend Höhe, um in das
Tal von El Bolson einfliegen zu können. Nun geht es Schlag auf Schlag.
Mit 3-4m aus dem Hangwind finden wir eine kräftige Welle die uns auf etwa
4000m hebt. Den Föhnlücken folgen wir nach Süden bis zu dem Flugplatz
El Bolson. Die Erkundungsflüge von den Vortagen zahlen sich jetzt aus. Es
ist nahezu undenkbar, bei 6/8 Bedeckung, ohne eine gute Vorstellung von
der Landschaft unter den Wolken, zu fliegen. Ich wechsle in das Tal von El
Maiten, dort sind größere Lücken und entsprechend schöne Wellen. 350
km südlich von San Martin drehen wir um. Eine phantastische
Lentiaufreihung östlich von uns zieht uns geradezu magisch an. Wir kommen
mit ausgezeichneten Steigwerten bis auf über 8000 m. Von diesem Hochsitz
aus ist erst jetzt die wirkliche Ausdehnung der Schwingung zu erkennen.
Nach Süden ist kein Ende der Lenti zu erkennen, die wie eine Föhnwoge im
Lee der Cordillere aussieht. Wir messen mit den mitgebrachten
Pulsoximetern unsere Sauerstoffsättigung. Mit den Bendixgeräten kommen
wir auf 100%, ein Wert, der selbst am Boden ohne Sauerstoffzufuhr kaum
erreicht wird. Die Außentemperatur von -34 Grad veranlaßt uns zu einem
zügigen Endanflug aus 250 km Entfernung, da Michael zu seinen Eisbeinen
nur noch das Sauerkraut fehlt.
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