Bericht von 13.11.1999  
 

Pilot: Klaus Ohlmann, Martin Just

Flugzeug: Stemme S 10 VT, D-KMTE

Start: 11.50 Uhr local

Wendepunkt: free turnpoint (free out and return)

Landung: 19.50 Uhr (local)

Streckenlänge:

Flugzeit: 08.00 h

Bilder 

Flugwegdarstellung

Pilotenbericht

Rene meinte , man sollte früh aufstehen, da der Höhenwind 10 kt stärker als am Vortag sein sollte. Das Fleisch war jedoch zu schwach. Den Wecker höre ich zwar, beim Blick aus dem Fenster sehe ich keine Wellenzeichen und lege mich wieder hin. Die Kameraden wecken mich gegen 8:00 zum Frühstück. Gegen 9:00 sind wir beim Flieger, kein Windhauch am Platz. Martin und ich starten schließlich als Vorhut. Kleinliche Thermik im Blauen bis 1500, nach nochmaligem Krachflug schließlich auf den Ostseiten des Chapelco ein halbwegs brauchbarer Bart. Von Welle keine Spur, nur ganz weit im Süden stehen sehr schöne Lentis. Ein einsamer Cumulus nördlich von Bariloche bringt sehr kräftiges Steigen auf der Nordseite der Sa. Manzana. Wir gleiten über das breite Becken von Bariloche in das Tal von El Bolson ,einem Flugplatz ca 100 km weiter südlich. Hier war ich noch nie, jede MENGE Täler, eine wunderschöne Seenlandschaft, überwacht vom mächtigen Monte Tronador. Der südliche Taleingang bringt uns im Hangwind auf ca. 2000 m. Auf dem See scheint eine kräftige Brise taleinwärts zu wehen.

Viele Cumuli haben eine kleine Lentihaube. Aber es ist wie verhext. Das Steigen reicht nicht bis an die Basis und beim Vorfliegen gegen einen kräftigen Nordwestwind finden wir auch nicht den erhofften Welleneinstieg. Schließlich geben wir den Versuch auf. Die Sierra de Ventana ist gesäumt von wunder- schönen Cumuli, die wir nacheinander abreiten. 30 km nördlich von El Bolson gehts mit fast 5m an die Basis in 3300 m. Etwas weiter südlich sehen die Wolken eigenartig verwaschen aus. Martin fliegt mit langanhaltendem gleichmäßigen Steigen an der Luvseite . Ich schlage vor , gegen den Wind einzudrehen

und tatsächlich,ganz langsam können wir uns über die Wolke tasten. Endlich in der Welle.. Von Westen schiebt sich eine Front mit einer mächtigen Abschirmung herein. Jetzt nur nicht aus der zarten Wellenströmung herausfallen, ein thermischer Rückweg wäre nicht mehr möglich. Wir entscheiden uns für den Rückweg. Erst jetzt merken wir ,wie stark der Höhenwind ist. Mit fast 100 km/h auf der Nase schleichen wir in Richtung Heimat. Kurz vor Bariloche treffen wir unter breitgelaufenen Lentis auf gutes breites Steigen. Mit 2-3 m geht es auf 6300m bis an den Deckel der AC-Bewölkung. Noch liegen knapp 170 km zwischen uns und San Martin, keine Kleinigkeit bei dem starken Gegenwind. Fast 100 km legen wir ohne nennenswerten Aufwind zurück. Nördlich von Villa Angostura finden wir schließlich ein zwar schwaches ,aber breites Steigen. 70 km vom Platz , aber mit komfortablen 4000m läßt die Anspannung allmählich weichen. Wir genießen das weiche abendliche Licht und fallen weich auf die breite Asphaltpiste von San Martin.