Tagesbericht vom 11.11.99

MARTINSTAG in San Martin

Beim MWP-Team kommen heute keine Gedanken an Martinsgans oder Fastnachtsbeginn um 11.11 Uhr auf. Schon kurz nach dem Frühstück rollt eine erste Welle an, allerdings nicht aus dem Lee der Kordillere, sondern aus den 8(!) Radio- und Fernsehstationen von San Martin.

Im Vorfeld der "Großen Woche des Fliegenangelns", die den 19.000-Seelen Ort am Lago Lácar jeden Frühling zum Mekka der pescaderos macht, kamen den bonitas periodistas die seis pilotos aventureros alemanos gerade recht, um die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Zeitung La Bandurria und die lokale TV-Show zu lenken.

Nach den Interviews war der Flugdrang der Mannschaft nicht mehr zu bremsen. Die S 10 VT schaukelte schon in den Bodenböen des Südwest, der ein paar Etagen höher erste Rotorwolken herumwirbelte. Martin und Wolf-Dietrich schnallten sich Fallschirm und Kopfhörer an und starteten zum ersten Einweisungsflug. Wie bestellt stand über dem westl. Bahnende der RWY24 ein thermisch unterstützter Rotor, der sie hoch genug brachte um weitere lokale Wellensysteme zu erkunden.

Der Blick aus 4500 m erweiterte den Horizont ungemein, die ersten 200 km nach Norden und Süden hatten sie so schon im Visier.

Danach waren Klaus und René an der Reihe, die dank abflauenden Windes eine bodennahe

(in Ameisenkniehöhe:-) Erkundung des Reliefs bis hinein nach Chile durchführten und sogar noch letzte Rettungsmöglichkeiten in Flugplatznähe erprobten.

Ein spektakulärer Sonnenuntergang warf seine letzten Strahlen auf den Hausrotor, als sich die Mannschaft Richtung Hosteria aus dem Flugplatzstaub machte.

René zauberte dann die letzten Windkarten aus dem Internet und erzeugte damit einen mitternächtlichen Vorbereitungswirbel, bevor gegen 01 Uhr die Lichter ausgingen:

... der erste Erkundungsflug nach Süden sollte 6 Stunden später starten.