Bericht vom 12.11.1999

Pilot: Klaus Ohlmann, Michael Meyn
Flugzeug:
Stemme S 10 VT, D-KMTE

Start: 08.15 Uhr local
Wendepunkt: free turnpoint (free out and return)
Landung: 20.00 Uhr (local)

Streckenlänge:
Flugzeit:
11.15 h (Zwischenstop in Bariloche- 1 h)

Bilder

Flugwegdarstellung

Pilotenbericht

Heute soll es endlich losgehen. Die Nacht ist um 5:30 vorbei. Ich wecke Rene und Michael, ein kurzes Frühstück und wir fahren zum Platz. Der übliche Kleinkram verschlingt wieder mal jede Menge Zeit. Um 8:15 starten wir endlich mit unserer Stemme. In ca. 400 m unmittelbar nordwestlich des Platzes stoppen wir den Motor und kreisen in einem recht engen Steigfeld, halb Rotor,halb laminar. Trotz des relativ schwachen Windes geht es ganz gut hoch. In ca 2400 m läßt das Steigen nach und ich fliege nach Süden, wo ich im Lee des Chapelco bis auf 4000 m komme. Ich will heute den Süden erkunden, dort soll der Wind auch stärker werden.Auf Kurs finde ich noch zweimal schwaches Steigen, dann ist der Spaß vorbei. Ich umfliege die Sierra Cuyin Manzano und finde mich relativ rasch in niedrigen Höhen an den Ufern des Lago Nahuel Huapi. Interessant ist hier insbesondere die Kanalisierung des Windes in den Tälern. Noch wichtiger als bei der thermischen Talströmung ist hier das Fliegen auf der Außenkurve des Tales, mal trägt die Ostseite, dann wieder die Westseite. So mäandern wir in Richtung Villa la Angostura. Kurz vor dem Ort heftiges Sinken und Flucht an einen uns bereits positiv bekannten Hangvorsprung. Mittlerweile ist es 12:00 und wir kommen einfach nicht über 1700 m. Nach kurzer Überlegung lassen wir das Triebwerk an. Michaels scharfen Augen entgeht der niedrige Öldruck nicht. Rasch stellen wir den Motor wieder ab. Was tun? Wir behalten uns eine Landung in Bariloche vor, versuchen aber noch nach Hause zu kommen. Nach zähem Ringen gelingt mir endlich wieder ein Einstieg in eine Welle bis auf 4000 m. 70 km vor dem Platz drehe ich in 2500 m um, zu riskant für einen knappen Endanflug in diesem unwegsamen Gelände. Wir landen auf dem Airport von Bariloche, wo man uns sehr freundlich assistiert. Das Problem, ein abgeknickter Ölschlauch, ist dank Michaels Know-How rasch behoben. Als Segelflieger brauchen wir keine Landegebühr bezahlen, müssen allerdings einen Flugplan machen. Nach unserem technischen Stopp schwirren wir wieder in Richtung Heimat ab. Das abendliche Licht bringt das vielgestaltige Relief erst so richtig zur Geltung und wir genießen die letzte Stunde. Mittlerweile haben sich riesige Lentis gebildet, zu spät für uns. Carsten Lindemann ruft uns im Funk.Die Truppe um Diether Memmert ist im Wandersegelflug aus Buenos Aires nach mehreren Tagen auch eingetroffen. Wir landen gegen 20:00 nach knapp 12 Std. Flugzeit.