Erkundungsflug nach Mendoza 



Seit Anfang November verweile ich nun wieder in San Martin de los Andes/Argentinien und bin bin am 03. Dezember 2002. mit den Redakteur des aerokuriers Gerd Marzinzik am Spätnachmittag Richtung Norden geflogen mit der Idee im Hinterkopf - 2 Tage später von San Juan aus einen 2100 km Zielflug nach Lago Argentino zu unternehmen. Die Vorhersagekarten liessen eine kleine Möglichkeit in allerdings schwachem Windfeld und mit Durchquerung einer Frontalzone für den Donnerstag zu. Zunächst Blauthermik, dann sehr gute Wolken mit Basis 3800 m, Landung in Chos Malal. Am nächsten Tag Abschirmung, daher Besuch bei Freunden und schliesslich nachmittags Start mit ca. 20 Min. Motor. Die Sonne kommt durch und wir können mit guten Steigwerten, Basis 3800 loslegen. In der Cordillere nur vereinzelte hohe Fractocumuli. Richtung Malargue eine Aufreihung von kleinen Cumuli an deren Westseite wir mal laminare, dann wieder turbulente Steigwerte antreffen bis in Höhen von ca 4500 m. Die Fractos in der Cordillere sind höher. Es scheint sich um eine Confluenz zu handeln und diese kommt sicher relativ häufig vor. Wir folgen dieser in einer atemberaubend wilden Landschaft, immer wieder Versuche in steilweise kräftigen laminaren Steigen höher zu kommen - wieder turbulent!!! Unsere Aufreihung lehnt sich schliesslich direkt an den Fuss der Cordillere an und sieht doch recht bedrohlich aus. Ich weiche in die Hochkordillere südlich der Laguna Diamante aus und in einer Art Hangflug mit ziemlich grossem Abstand erreichen wir die Laguna Diamante, beeindruckend bewacht vom Maipu einem Vulkan an der chilenischen Grenze. Walter Georgii hatte hier eine meteorologische Beobachtungsstation. In Richtung Norden wird es leider ziemlich dicht. Der 6800 m hohe Tupungato hüllt sich in Wolken und ich habe Sorgen, dass die Täler nach Osten, einziger Fluchtweg weiter nördlich zugestaut sind. Gegen die riesigen Felsmassen der Hochkordillere
erscheinen die Alpen geradezu als Sandburgen im Kinderspielplatz. In 3800 m finden wir uns ziemlich tief, es fängt leicht an zu regnen und wir verlassen über ein absolute wildes und steil zerklüftetes Tal die heute ungnädige Dame
Cordillere. Richtung Mendoza sieht es ziemlich düster aus, in der Pampa nach Osten baut sich ein Congestus zum CB auf ; Ich entscheide mich zur Landung in dem recht gut aussehenden Platz Consulta. Vor drei Jahren hatte dort die
argentinische Segelflugförderation ein Wellenfluglager organisiert. Nach der Landung erfahre ich, dass der Flugplatz definitiv geschlossen ist. Kontakt mit Mendoza Control über eine Linienmaschine. Vorsichtshalber schicken uns
die Controler die Polizei, um sicherzustellen, dass wir gut gelandet sind, was uns einen langen Fussmarsch in den Ort spart. Papierkontrolle, schliesslich sind wir unberechtigt gelandet, nach einer halben Stunde geht's schon lockerer zu, später erfolgt eine Einladung zum Asado...
Mendoza teilt uns eine Telefonnummer für eine Wiederstartgenehmigung mit. Dort erfahre ich aber leider,dass ich am nächsten Tag erst ab 8:00 wieder nachfragen kann. Am nächsten Tag brauchen sie leider unsere Papiere.... Wir
lassen uns die 120 km bis nach Mendoza fahren, der Sohn unserer Zimmerwirtin, mittlerweile vom Segelflug begeistert erweist uns diesen Dienst. Korrekte und sehr freundliche Begegnung mit den zuständigen Beamten, sie haben mittlerweile mit Emilio, unserem Flugplatzchef gesprochen, kleines Plädoyer für den Segelflug, schriftliche Aussenstartgenehmigung und ab geht's Richtung Flugplatz. Wir treten einige Büsche nieder und nach erfolgreichem Start fahren wir um 1445 den Motor ein. Schwacher Wind, schlechte Thermik, hohes, flaches Gelände, die ersten hundert km bewältigen wir in knapp 2 Stunden.....
Etwas südlich, wie am Vortag entsteht wieder eine Lücke zwischen Cordillerenfuss und Pampa, die bereits bekannte Konfluenz. Heute stehen allerdings flache Lentis drüber...16:00, nur noch 600 k bis nach San Martin. Confluenz bis südlich Malargue, dann Welle, im Westen hängen Schneefahnen aus den Wellen. Die Schnellstrasse über die C. del Viento führen uns dann aber rasch ins Lee der Catanilberge ,wo uns Schöne Pfannkuchenlentis die Endanflughöhe
bescheren. Glücklicherweise Lücken im dichten Wolkenteppich über San Martin vorhanden und nach 840 km landen wir in Chapelco. Fazit: 3 spannende Tage, viel gelernt und neue Freunde gewonnen, Abenteuer nach meinem Geschmack

 Klaus Ohlmann

 
Windvorhersage  FL100 05.12.02 -12 Z Konvektionsvorhersage 05.12.02 - 12 Z Wellenvorhersage vom 05.12.2002